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Dominik Forster warnt als Ex-Junkie vor den Drogen

„Ich habe gekifft, gezogen, gedealt, ich habe Bitches geknallt und auf dem Schulhof Drogen vertickt“, so beginnt Dominik Forster seinen Vortrag am letzten Tag vor den Herbstferien vor den 7. – 9. Klassen der PMH. Zuvor hatte Schulleiter Herr Link die zahlreichen Anwesenden begrüßt und sich beim Elternbeirat sowie bei Herrn Köllner für die Initiative und beim Lionsclub Kornwestheim für die finanzielle Unterstützung bedankt. Auch der verantwortliche Lehrer Herr Köllner bedankte sich beim Elternbeirat und bei allen Eltern, die seinem Spendenaufruf für diesen Vortrag gefolgt waren. Die Elternbeiratsvorsitzende Frau Riegler-Schuster bedankte sich ebenfalls bei dem Elternbeirat sowie bei Herrn Köllner und Herrn Link und zitierte dazu Kurt Tucholsky: „Wer auf andere wirken will, muss erstmal ihre Sprache sprechen.“ Auch Frau Scheuer, Vertreterin der Stadt Kornwestheim aus dem Fachbereich Bildung fand lobende Worte für die Veranstaltung und verwies auch auf die gerade zu Ende gegangene Jugendwoche, in der auch Workshops zum Thema Rauchen und Alkohol stattgefunden hatten. Als letztes bedankt auch Frau Scheurer sich, sie kommt aus dem Fachbereich Bildung. Dann endlich ergriff Dominik Forster das Mikrofon und nahm Tucholsky wörtlich: „Man nehme einen normalen Satz mit fünf Wörtern, füge jede Menge Fäkalworte ein und alle Augen sind auf einen gerichtet!“ Es funktionierte auch in der Turnhalle der PMH. Gleich zu Anfang konfrontierte er die Schüler mit den Fakten: Er ist Ex-Dealer, Ex-Junkie und Ex-Knacki, seit acht Jahren clean und seit fünf Jahren trocken. Er sieht es jetzt als seine Aufgabe an, den Jugendlichen als mahnendes Beispiel den Weg in die Drogensucht aber auch aus den Drogen heraus nahezubringen, damit sie gar nicht erst damit anfangen. Als kleiner Junge hatte wurde er mit Schädelbasisbruch ins Krankenhaus eingeliefert, sein Vater ging lieber feiern (mit Kumpels und Arbeitskollegen rauchen, saufen), als ihm seinen Ball vom Nachbardach zu holen. Seiner Mutter wurde gesagt, sie solle sich von ihrem ersten Kind verabschieden, der würde nicht wieder heil. Die Mutter brach zusammen, Dominik überlebte. Aber er war der kleine, schwache, übersehbare, uncoole Junge. Mit 16 lernte er neue Freunde kennen, deren Tabak- und Alkoholkonsum er zunächst nicht teilen mochte. Irgendwann aber fand er heraus, dass er in deren Achtung stieg, je mehr er trank. Dann kamen die ersten Drogen und die ersten Höhenfüge. Forster berichtet eindrücklich, was die Drogen für körperliche Veränderungen mit sich brachten. Die Zeit seines Absturzes handelte er einigermaßen sachlich ab. In der Zeit im Hochsicherheitsjugendknast, dachte er daran, sich umzubringen, denn im Knast galt: „Entweder du fickst oder du wirst gefickt.“ Hilfe zum Ausstieg aus den Drogen fand er bei einem Sozialarbeiter und seiner heutigen Frau. Die Schüler in der Turnhalle sind schweigsam geworden. Als er davon erzählt, dass ihn als Langzeitfolge der Drogen noch immer Halluzinationen und psychischen Probleme heimsuchen, schlucken einige. Offenbar hat Forster die meisten der Jugendlichen angesprochen, denn sie verabschieden ihn mit Applaus.