Blick hinter die Kulissen: Klasse 9a zu Besuch im Kornwestheimer Rathaus

Wie funktioniert eigentlich Kommunalpolitik? Und wie können Jugendliche bei uns in Kornwestheim in politischen Entscheidungen mitbestimmen? Um das herauszufinden, tauschte die Klasse 9a das Klassenzimmer gegen den Sitzungssaal des Gemeinderates und stattete dem Kornwestheimer Rathaus einen Besuch ab.

       

Von der „Traumstadt“ zur Realität: Was macht eine Gemeinde?

Der Tag begann mit einer herzlichen Begrüßung durch Frau Popovic, bevor die Mitarbeiterinnen der Landeszentrale für politische Bildung (lpb) das Ruder übernahmen. Nach einem kurzen Warm-up, bei dem unter anderem über die grundsätzlichen Herausforderungen des ÖPNV diskutiert wurde, ging es direkt ans Eingemachte: Was ist Kommunalpolitik?

In intensiver Gruppenarbeit ordneten die Schülerinnen und Schüler Bilder den verschiedenen politischen Ebenen und Personen zu und verorteten die Rollen der kommunalen Ebene in einem Schaubild. Ein echtes Highlight war das Spiel „Dalli Klick“: Schritt für Schritt mussten Bilder erraten und blitzschnell entschieden werden, ob es sich dabei um eine Pflichtaufgabe oder eine freiwillige Aufgabe einer Gemeinde handelt.

Danach durfte geträumt werden: Bei einer „Traumreise“ imaginierten die Jugendlichen ihre perfekte Stadt. Die kreativen Ergebnisse der 9a konnten sich sehen lassen:

  • Ein Freibad in Kornwestheim für den Sommer und der Wiederaufbau der Eishalle für den Winter – und das Ganze kombiniert einem Gebäude.

  • Eine E-Roller-Station in Kornwestheim

  • Ein 24h-Laden für den spontanen Einkauf rund um die Uhr

  • Mehr Trinkbrunnen im Stadtgebiet (und die Wiederinbetriebnahme des Brunnens am Tartanplatz)

Im direkten Austausch mit Oberbürgermeister Nico Lauxmann

Das absolute Finale des Tages war das Zusammentreffen mit Oberbürgermeister Nico Lauxmann, dem die Klasse ihre Vorschläge direkt präsentieren durfte. Herr Lauxmann nahm sich viel Zeit, ging ausführlich auf die Ideen ein und lieferte ehrliche Einblicke in die Herausforderungen der Stadtpolitik:

Zum Freibad & der Eishalle:

Eine tolle Idee, so der OB. Die Stadt möchte das Alfred-Kärcher-Bad in den nächsten Jahren modernisieren und prüft dabei eventuell auch die Idee für ein Außenbecken. Ein kompletter Neubau ist wegen der angespannten Haushaltslage jedoch nicht drin. „Manchmal gehört es auch dazu, zu guten Ideen ein ‚Nein‘ zu sagen, weil man Verantwortung für den Haushalt trägt“, erklärte Lauxmann der Klasse ganz offen.

Zum 24h-Laden:

Die Idee eines kleinen Kiosks in Anlehnung an die Berliner „Spätis“ stieß auf Interesse. Da hierfür in der freien Marktwirtschaft ein privater Betreiber gefunden werden muss, versprach Lauxmann, das Thema mit der Wirtschaftsförderung zu besprechen – vielleicht klappt es ja mit einem Pop-up-Store in der Innenstadt!

Zum Thema Klima & Trinkbrunnen:

Auf die Frage, ob an heißen Tagen Ventilatoren oder Klimageräte für die Schule möglich wären, nahm der OB dies als Vorschlag für die Besprechungen zum Thema Katastrophenschutz mit. Gute Nachrichten gab es für die Trinkbrunnen: Im Gebiet der Innenstadt ist bereits einer geplant!      

Persönliche Fragen und klare Worte

Zum Abschluss durften die Schülerinnen und Schüler den Rathauschef noch mit persönlichen Fragen löchern. Neben Einblicken in seine Berufslaufbahn wurde es auch weltpolitisch.

Auf die Frage, was er tun würde, wenn er Bundeskanzler wäre, fand Lauxmann klare Worte: Er würde die Kraft aufbringen, notwendige Reformen endlich anzupacken und umzusetzen – und er würde ein Verbotsverfahren gegen die AfD auf die Tagesordnung setzen.

Fazit: Ein Tag, der der 9a gezeigt hat, dass Politik direkt vor unserer Haustür stattfindet – und dass es sich lohnt, die eigene Stimme einzubringen!

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